Vor kurzem war ich am Wertstoffhof und habe voller Entsetzten den Container mit Fallobst betrachtet, 40m³ wertvollster Rohstoff aus dem Garten entfernt, da gibt es andere Möglichkeiten.

Ich bin bei einem Gartenstammtisch mit dabei, der sich 1x im Monat trifft, um Erfahrungen auszutauschen. Bei unserem letzten Gartenstammtisch haben wir dann über das viele Fallobst, das durch die Trockenheit und Hitze jetzt im Garten liegt, diskutiert und die Frage aufgegriffen, „was kann ich damit machen?“, um es nicht wegbringen zu müssen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die für den Garten, den Boden und die Pflanzengesundheit ein großer Vorteil sind.

1. Mulchen mit Fallobst

Nach dem Ernten der Kartoffeln ist der Boden offen und ohne Bewuchs. Dieses Szenario eignet sich für die Verwertung von Fallobst bestens.

Fallobst ist immer eine super Quelle als Futter für den Boden und damit für die Pflanzen auf dem Beet.

Jetzt hat es auch wieder etwas geregnet und der Rasen ist nachgewachsen, so dass Gras als Mulchmaterial als weitere Nahrungsquelle für das Bodenleben zur Verfügung steht.

Die Erfahrung zeigt uns, dass Gras und Fallobst eine sich gegenseitig ergänzende Kombination für das Füttern des Bodenlebens ergeben.

Gehen wir in den Garten und fangen an: Der erste Schritt ist es, das Beet mit der Ladylike tief zu lockern und anschließend einzuebnen. Alle Spalten und Risse im Boden werden mit dem Rechen zugezogen.

Auf das abgeerntete und nun vorbereitete Beet werden als nächster Schritt die Kupferringe aufgesetzt. In die Kupferringe kommen die Herbstpflanzen.

Nun wird das Fallobst in einer Lage aufgetragen und vollständig mit frischem Rasenschnitt abgedeckt, nur die Pflanzringe (Schneckenringe/Gießringe) bleiben frei.

Die vorgezogenen Pflanzen in den Kupferringen kann man jetzt kräftig angießen.

Bei der Trockenheit in diesem Sommer haben die Kupferringe ihre Aufgabe gewechselt, aus der Schneckenabwehr wurde ein Gießring um Wasser zu sparen.

Obendrauf kommt auch noch Urgesteinsmehl. Etwa 100g / m² sind ausreichend.

Wenn man auch Pflanzenkohle hat, kann man 0,5l /m² als letzte Lage darüber streuen.

Jetzt ist das Universum im Boden wieder gefüttert und die Mineralienversorgung sichergestellt. Das Bodenleben kann seine Arbeit machen und uns besten Humus für die nächste Saison schenken.

Das gleiche System wird auch in den Hochbeeten angewendet. Am Ende der Saison kommt damit wieder die volle Lebenskraft des Bodens zurück.

2. Fallobst auf dem Wurmkompost

Und es gibt es noch eine unbeantwortete Frage von meinen Lesern:

Wenn ich die fertige Kohle ohne Aktivierung einfach auf den Kompost gebe, findet dann die Aktivierung dort automatisch statt?

Nun, beide Dinge, Fallobst und Holzkohle, passen perfekt zusammen.

Grundsätzlich ist der einfachste Weg der Aktivierung von Holzkohle, nährstoffreiches Material, wie frischer Grasschnitt, Gemüsereste, Hühnermist und jetzt nach der Hitze das viele Fallobst, zusammen mit der Holzkohle auf den Wurmkompost zu geben.

Bei diesen Materialien geht die Party der Mikroben voll ab.

In unserem Fall „überschüssiges Fallobst – wohin damit“ braucht es nur noch 3 geheime Zutaten, damit die perfekte Erde entstehen kann. 

Und so funktioniert das in der Praxis:

Wir nehmen Fallobst (eine Schubkarre voll) aus dem Garten und 3 geheime Zutaten:

5l Sägemehl – das ist wie der Zement mit Kies – passt die Mischung, entsteht ein „Bodenkleber“ und der Wurmkompost wird dauerhaft stabil.

5l Holzkohle – das ist der Autobus, der Mikroben und Nährstoffe zu den Pflanzen fährt.

1l Biolit – bringt Mineralien zurück, das ist wie das Öl im Automotor, wenn es fehlt, gibt es Probleme.

Das Fallobst und die „3 geheimen Zutaten“ werden zusammen auf den Wurmkompost geschichtet. Vorteilhaft ist es, das Ganze zum Schluss auch noch mit Rasenschnitt abzudecken.

Der graue Schleier auf dem Fallobst ist kein Schimmel, sondern Biolit.

Jetzt überlassen wir es dem Lauf der Natur und freuen uns auf beste Erde im nächsten Jahr.

Zur Frage: Aktivierung der Holzkohle – oder um was geht es bei der Holzkohle eigentlich?

Wie immer, wenn Holzkohle mit neuem Kompostmaterial gemischt wird, läuft beim Verrottungsprozess die Aktivierung, die Belebung der Holzkohle mit Mikroorganismen, auf einem von der Natur vorgegebenen Weg ab.

Bei der Verrottung, der Wurmkompostentstehung, wandern die Mikroorganismen und Pilze nach innen in die Holzkohle und benetzten die Innenflächen der Poren. Sie besiedeln die Holzkohle aber nicht nur innen in den Poren, sondern auch auf der Außenfläche. 

Das ist fast so, als ob man die Holzkohlestückchen mit Mikroben lackiert hätte.  

Genau das passiert jetzt mit dem Fallobst und der Holzkohle.

Die Größe der Holzkohlepartikel spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Wird Holzkohle im Kon – Tiki, Pyro Mane, Pyro Bene oder der Kohledose erzeugt, entstehen immer auch ganz kleine Teilchen, kleiner als 1mm, die auch der Wurm frisst und auf dem Weg durch den Wurm mit Leben und Nährstoffen ausgestattet werden.

Große Stücke werden gerne von Bodenpilzen besiedelt, die in die Poren eindringen. Zudem werden im Wasser gelöste Nährstoffe von der Holzkohle aufgesaugt.

Es ist wie immer in der Natur:

Es gibt nicht das eine Ideal, sondern die Mischung ist das Optimale.“

Einfacher und zuverlässiger als die Veredelung der Holzkohle durch die Lebensgemeinschaft im Wurmkompost geht‘s nicht mehr.

Beim Verteilen von Wurmkompost mit Holzkohle im Beet gelangen dann die an der Holzkohle anhaftenden Mikroben und die aufgenommenen Nährstoffe zu den Pflanzen, um sie dort auf ideale Weise zu versorgen.

Durch sein breites Spektrum an wertvollen Bodenmikroben ist Ihr Wurmkompost auch die Grundlage für alle Pflanzenstärkungsmittel, Aussaat- und Pflanzerden sowie der Saatgutimpfung.

Beim Arbeiten mit dem Wurmkompostsystem gilt: Alles perfekt zu machen ist nicht notwendig – ungefähr richtig führt immer zu starken Pflanzen, wasserspeichernden Böden und der Unabhängigkeit von zugekauften Dünger und Pflanzenschutzmitteln.

Das ist echte Selbstversorgung auch für den Boden.

Meine Kunden sagen mir immer wieder: „Das Beste am Wurmkompost ist, dass ich immer Wurmkompost in Top-Qualität zur Verfügung habe, wenn ich ihn brauche und ich mir nie Gedanken über die Herstellung machen muss, weil’s so einfach ist.“

Meinen Sie es ernst mit der Bodenpflege, dem Humusaufbau und der Pflanzengesundheit mit den Kräften der Natur, dann steigen Sie jetzt in die Wurmkompostierung ein. Die Mikroben aus dem Wurmkompostsystem werden alles tun, damit Sie sorglos ernten können.

PS: Den Einstieg in die Wurmkompostierung aufzuschieben gilt nicht, denn sonst benutzen Sie das Lieblingsmöbelstück des Teufels:

Die lange Bank.

Auf der langen Bank sind mehr Ideen und Vorsätze gestorben als durch „Hindernisse“.

Unser Fallobst ist kein Abfall – machen wir daraus wertvollen Wurmkompost!

Wurmkompostierung für den Garten

2 Responses

  1. Guten Abend
    Wie sieht es denn aus mit wurmstichigem Obst? Äpfel und Birnen.
    Habe ich da nicht das Problem dass im nächsten Jahr noch viel mehr Obstschädlinge (Apfelwickler, Pflaumenwickler) im Garten unterwegs sind wenn ich das befallene Obst nicht aus dem Garten bringe?

    • Ja, das ist das Hauptargument gegen diese Methode.
      Wird das wurmstichige Obst auf den Wurmkomposter als Wurmfutter gelegt, ist es rasch von den Lebewesen im Komposter verdaut. Da ist kein Raum mehr für Obstschädlinge.
      Die Wurmkompostanlage, die ich am Bayerischen Obstzentrum aufgestellt habe, wird das ganze Jahr über mit Restobst, das aussortiert wird, gefüttert. Die Wurmkompostanlage steht 6m neben den Apfel- und Birnenreihen.
      Es konnte keinerlei negative Auswirkung festgestellt werden.

      Im Gegenteil, durch das Obst als Futter entwickelt sich im Wurmkomposter ein Umfeld, das Obstkrankheiten zurückdrängt.

      Da ja pathogene Mikroben in der Wurmkompostanlage stark dezimiert werden und die Gegenspieler dazu im Wurmkompost vorhanden sind, werden sie mittels Wurmkompostextrakt wieder in der Obstanlage vorbeugend verteilt.

      Wird das Fallobst als Mulch verwendet und mit Gras abgedeckt, läuft der gleiche Prozess ab. Schon in kurzer Zeit ist vom Obst nichts mehr übrig.

      Ich weiß, man sorgt sich um seine Obsternte, aber das ist bei dieser Vorgehensweise unbegründet, zumal das Obst ja unter den Bäumen weggenommen und auf das Beet oder den Wurmkomposter übertragen wird.

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